
..
..
..
Mit etwas erhöhten Blutdruck sind wir doch heil in Dunaujvarosch angekommen. Flußkilometer 1580. Abendessen waren wir, wie sollte es anders sein, in einem Fischrestaurant. Da gab es jedoch herrliche Speisen und auch die Fischsuppe war ausgezeichnet. Wir haben hier, direkt bei der Schiffsanlegestelle von Dunaujvarosch, übernachtet. (10. Übernachtung).
..
..
Nächste Station war Mohacs (19 000 Einw.) Flußkilometer 1445,
war bereits zur Römerzeit besiedelt. Im August 1526 wurde hier das ungarische Heer von den Türken geschlagen. Mit dieser Niederlage begann die türkische Herrschaft über Ungarn, die rund 150 Jahre dauerte.
Die Stadt gewann durch die Dampfschifffahrt auf der Donau im vorigen Jahrhundert an Bedeutung. Hier liegt einer der größten Flußhäfen des Landes.
Mohacs ist die letzte Stadt vor der Grenze zu Jugoslawien. Deswegen haben wir noch unsere letzten Forint ausgegeben.
..
Bevor wir jedoch nach Jugoslawien gekommen sind, mußten wir noch 17 km Niemandsland zwischen Ungarn und Jugoslawien durchfahren.
Das hatten wir vorher nicht gewußt und sind daher in eine sehr verzwickte Lage geraten. Es wurde dunkel und wir haben ungewollt unsere zweite Nachtfahrt begonnen. Was sollten wir tun ?
An Land konnten wir nicht, da hätten uns die Grenzposten (die haben wir am Ufer stehen gesehen) bestimmt verhaftet oder zumindest Schwierigkeiten bereitet.
So sind wir mit einer Taschenlampe und einer Gaslaterne als "Positionslichter" in der Flußmitte (auf neutalem Boden) weitergefahren.
Links und rechts der Donau waren keine Lichter oder Ortschaften zu sehen. Beim ersten Haus, das wir gesehen haben sind wir hin und haben gefragt, wo wir den sind.
Ungarn oder Jugoslawien?
Ja, wir haben um 19:30 h Jugoslawien erreicht. Die Leute waren sehr freundlich. Wir durften in ihrem Garten unser Abendessen einnehmen.
Es gab Grillwürste.
Wir wollten uns noch polizeilich anmelden. Nach Aussage unserer Gastgeber wäre das nicht so wichtig und wir könnten auch am nächsten Tag die Anmeldung machen.
..
..
18.August.
Wir haben in Batina, Flußkm. 1430, übernachtet ( 11. Übernachtung).
Ungefähr 1km flußabwärts haben wir schon die jugoslawische Grenz-Kontrollstelle gesehen.
Wir kamen am frühen Morgen um 6:00h zur Zollkontrolle. Es war menschenleer und wir sind vorbeigefahren. Auf einem Schiff haben wir noch uniformierte Männer gesehen.
Nachdem uns diese nicht beachteten, haben wir die Grenze ohne Pass- und Zollkontrolle überschritten. Eigentlich sind wir illegal eingereist.
Weil uns in den nächsten Stunden kein Boot der Wasser
polizei aufgehalten hatte, war das für uns erledigt.
Kurz vor Mittag sind wir in Sichtweite von Osijek zu stehen
gekommen, weil uns der Benzin ausgegangen ist. Die Strömung der Donau ist hier sehr gering.
Wir hatten Glück. Ein Fischer der gerade hier unterwegs war, hat uns in Schlepptau genommen und nach Osijek gebracht.
Mit 100 000 Einwohnern ist Osijek die größte Stadt dieser Umgebung. Auf dem Gebiet der heutigen Stadt bestand im Jahr 113 die römische Kolonie Mursa maior.
Am rechten Ufer der Drau, die hier in die Donau müdet, liegt Varasdin,
das aus der Operette "Gräfin Mariza" bekannt ist.
In einer Gostilna haben wir drei Stunden (!) auf das Essen gewartet. Der Wirt wollte wahrscheinlich seinen Weinumsatz steigern. Dort haben wir nette Jugoslawen getroffen, die für die AEG-YU tätig waren.
Einer von beiden ist mit Gerhard Z. zur nächsten Tankstelle gefahren um unsere leeren Benzinkanister wieder aufzufüllen.
..
..
Um ca. 18:00 h haben wir in einem Vorort von Bogojevo geankert. Drei Häuser, eines davon ein Wirtshaus. Ein schönes Fischrestaurant. Wir waren uns einstimmig im Klaren, dass wir,
auch wenn die Fischsuppe noch so gut und scharf ist, keine mehr essen wollen.
Wir haben in Bogojevo, Flußkilometer 1370 übernachtet.
Am 19. August sind wir weiter gefahren in Richtung Backa Palanka. Es war regnerisches Wetter, die Donau schien unendlich weit und es war kein Leben bis Vukovar, das durch die vielen Kämpfe im Jugoslawienkrieg (1991-94)
eine traurige Berühmtheit erlangte.
Nach Mittag sind wir durch Backa Palanka (Flußkm. 1300) weiter nach Novi Sad gefahren. Irgendwo, kurz vor Novi Sad bei Flußkilometer 1270 war eine Brücke, die uns vor dem unnachgiebigen Regen schützte.
Rudolf und Gerhard Z. haben sich auf den Weg gemacht um eventuell ein Quartier ausfindig zu machen. Wir waren uns einig, dass wir unsere Reise abbrechen falls wir eine Übernachtungsmöglichkeit finden.
Wir waren gut ausgerüstet, hatten eigentlich an alles gedacht, nur die langen Wege in Ungarn und Jugoslawien haben wir nicht vorausgeahnt, sonst hätten wir noch ein Fahrrad mitgenommen.
Wir sind daher ca. 5 km bei strömenden Regen gegangen, bis wir eine Unterkunft gefunden haben. Der Wirt sagte uns zu, fünf Betten für uns zu reservieren.
Also gingen wir zurück, packten unsere Sachen. Die Wäsche haben wir in große durchsichtige Plastiksäcke (siehe letztes Bild auf der C93). Die wertvollen Utensilien wie z.B. den Außenbordmotor haben wir in unsere große Holzkiste verstaut.
Das Floß haben wir in einem Seitenarm der Donau "abgestellt". Der Anker, die Taue, Ruder u.v.m.
mußten wir hinten lassen.
Als wir mit unserem "Gepäck" bei unserem Wirt angekommen sind, hat er sich das anders überlegt und uns erklärt, dass er uns nicht aufnimmt.
Kein Wunder ! Wir waren unrasiert, die Kleidung schmutzig, die Haare ungepflegt und unsere Schmutzwäsche in Plastiksäcken verstaut.
Noch dazu mit Gummistiefeln sahen wir aus wie Landstreicher. Nach langer Diskussion, Gerhard Z. konnte sich in slowenischer Sprache etwas verständigen, wurden wir in ein anderes Hotel weiter vermittelt.
Dieses war ca. 15 km landeinwärts. Wie sollten wir mit unserem schweren Gepäck hinkommen ? Als wir ein Taxi bestellten, wollte der Fahrer uns nicht mitnehmen, weil wir fünf Personen waren. Aber mit etwas Trink-(Schmiergeld) haben wir den Taxifahrer schnell überredet.
..

..

